QRP-BETRIEB

Senden mit wenig Leistung.
Das nennt man QRP.
Das sind im Sprechfunk (SSB) max. 10W PEP (peak envelope power) Senderleistung.
In Telegrafie sind es 5 Watt Senderleistung. Nicht die abgestrahlte!

Freaks senden mit max. 1W Leistung. QRPP 🙂 das sind TAUSEND Miliwatt! Viel…oder nicht?

Wichtig bei QRP Betrieb ist die Wahl einer guten Antenne. Man empfiehlt keine s.G.
QRP Antenne, also eine mit schlechtem Gewinn. Ideal finde ich ein Dipol. Hat die Antenne weniger Gewinn als ein optimaler Dipol, sendet sie weniger Leistung ab der Antenne als mit der Leistung, mit der sie gespiesen wird. Sendet meine Antenne nur 1 Watt ab, würde mein Signal eine S Stufe leiser sein als wenn sie mit 4 Watt strahlt. Eine S Stufe sind 6 dB

Nimmt man aber eine Richtantenne mit hohem Gewinn, kann mehr Leistung abgestrahlt werden.
Mit 10 Watt SSB und 4dB Gewinn an der Antenne ergibt das ERP = 25 Watt!

Uebertragungsverluste nicht berücksichtigt.

Hat eine Yagibeam 5 Elemente, kann sie mit optimiertem Design bis 9 dB Gewinn bringen!
10 W SSB pep = fast 80 W Abgestrahlte Leistung. Das genügt fast immer.
Hat man jedoch eine Antenne mit einem Gewinn von minus 9 dB, strahlt sie noch 1 Watt ab mit 10 W pwr! Hat sie einen Gewinn von  -4 dB, sind es noch 4 W….

HaBe neun Land: In der Schweiz sind die Bodenverhältnisse, also ein gut leitender Boden, nicht immer gegeben. Vor allem in den Bergen nicht. Da sind Antennen die Radials haben eher ungeeignet. Aber in einem Flusstal leistet eine Antenne mit Radials sehr gute Dienste.

In den Bergen eignen sich Dipole und Loopantennen. Auch magnetische Antenne sind da sehr gut. Sie reagieren nicht auf das elektrische Feld, sondern auf das Magnetische.
Es gibt aber noch andere Faktoren wie polarisation und anderes, zum Bsp. Gewicht!
Sie sollten nicht mehr Umfang als eine viertel Wellenlänge haben, sonst werden sie einfach Loopantennen….
die sind auch gut, haben aber eine Wellenlänge Umfang.
Sie können jedoch bis zu Lamda 1/4 vekleinert werden. Es kann gegenüber dem Speisepunkt auch eine Spule in die Schlaufe integriert werden.
Eine Deltaloop kann auch mit dem Tuner im Shacke  angepasst werden! Ein Murks, aber es geht. Ich habe schon meine 6m Delta Loop auf KW angepasst. Nur zum empfangen muss nicht einmal angepasst (getunt) werden.
Eine MagLoop, eine magnetische Loop, ist immer kleiner als Lamda 1/4!

Richtige Magloop’s sind kleiner Lamda 1/4!

Magnetic Loop Antennen sind für ihre kleine mechanische Grösse sehr leistungsfähig!
Sie sine weniger empfindlich auf die elektrischen Strahlen. An MagLoop Antennen herrschen sehr hohe Spannungen gegenüber der Einspeisung. An der Koppelung fliest ein grosser Strom! Eine MagLoop ist eigentlich eine Spule. Sie hat eine Richtwirkung, QRM kann ausgeblendet werden.

Bei Magloop spricht man oft von Wirkungsgrad (nicht nur bei denen).
Dieser ist im bessten Fall um die 90%. Jedoch wird dieser mit sinkender Frequenz massiv abnehmen. Das kann dann bis zu 5% sinken, oder tiefer. (war nicht einmal die Rede davon: eine Antenne zu bauen, die NICHT strahlt, ist recht schwierig zu bauen?)

Beispiel Telegrafie QRP 5 Watt PEP, also Power am „Zapfen“:

Loop mit Durchmesser 1 m (Umfang 3.14m)
hat bei 28 MHz noch einen Wirkungsgrad von gegen 100%
und bei 7 Mhz noch 10% Wirkgrad.

Baut man sie jedoch mit 5m Umfang, hat man bei 7 MHz schon 35%Also kann ich mit 5 Watt Sendeleistung und 35% Wirkungsgrad etwa 1.75 Watt effektive Leistung senden. Interessanterweise geht das sehr gut. Ich kann innerhalb von Europa prima QSO, also Funkverbindungen herstellen.

Kürzlich habe ich eine solche MagLoop in meinem Zimmer, meinem Shack, aufgehängt, mir mein FT-817 mit seinem Tragriemen um den Hals gelegt und mit eingebauter Batterie, dann hat das Gerät maximal 2.5 Watt PEP Leistung, in SSB Sprechfunk eine Verbindung nach Russland gehabt. Das sind KM Zahlen in Tausender!

Die grösste Distanz mit einer QRP Verbindung meinerseits ist 6750 KM, nach Sibirien. Die Antenne war ein home made Vertikaldipol mit 2 mal 7m und symetrischer Speiseleitung ( 240 Ohm Flachbandkabel) und ein symetrischer Tuner von Dentron. Natürlich in Telegrafie.

Wenn ich ganz schnell QRV sein will, nutze ich eine selbstgebaute Whip Antenne. Ein Teleskop mit einer länge von knapp 1.5m. Dazu brauche ich meinen eigenbau Anpassgerät. Funktioniert von 14 bis 28 MHz ausgezeicchnet. Stecke ich anstatt des Teleskop einen etwa 5m langen Draht an, geht die Anpassung problemlos auch bis 7 MHz runter. Mit beiden Antennen verwende ich Gegengewichte. Mit dem Teleskop einen 5m Draht, für tiefere Frequenzen jedoch 2 mal 10m. Das funktioniert erstaunlich gut.

Sollte es aber wirklich gut funktionieren, stelle ich meinen Fiberglas Mast auf. An diesem montiere ich dann eine Doppel-Zepp mit 2 mal 7m langen Schenkeln.
Am einfachsten als Inverted-V gespannt und mit einem UKW Flachbandkabel zu meiner Z-Matchbox. Das geht dann richtig gut mit Signalrapporten bis S9

Das Pendant zu QRP ist QRO